Ellen White betrachtete das Sprechen als eine heilige Pflicht, die sie selbst dann erfüllte, wenn sie mit persönlicher Entmutigung, körperlicher Schwäche oder mangelnder Akzeptanz ihrer Botschaften konfrontiert war. Sie suchte täglich nach Weisheit, um ihre Zeugnisse auch dann zu geben, wenn ihre Erfahrungen, wie etwa nach der Konferenz in Minneapolis, „not very assuring“ (1888 663.1) waren.
In Zeiten des Widerstands oder der geistlichen Krise innerhalb der Gemeinde fühlte sie sich oft gedrängt, die Wahrheit zu verteidigen. Nach der Minneapolis-Konferenz von 1888 drückte sie ihren Schmerz darüber aus, dass ihre Brüder ihre Pflicht nicht taten, und fragte sich: „What reason have I to hope that my testimony will now be received and respected any more than Vol. IV has been?“ (1888 663.1). Trotz dieser Entmutigung und der Sorge, „broken-hearted“ (1888 663.1) ins Grab zu gehen, setzte sie ihren Dienst fort und verkündete die Botschaft von „Christ our righteousness“ (
2SAT 1.3).
Ein eindrucksvolles Beispiel für ihre Entschlossenheit, trotz extremen körperlichen Widerstands zu sprechen, ereignete sich 1882 in Healdsburg. Obwohl sie so schwach war, dass man ihren baldigen Tod befürchtete, bat sie darum, „assisted to the speaker's platform, that I might say a few words of farewell to the people“ (
18MR). In diesem Moment der extremen Schwäche wurde sie durch ein Wunder geheilt und konnte „with freedom“ (18MR) zur Gemeinde sprechen.
Gleichzeitig übte sie eine gottgegebene Zurückhaltung aus und sprach nur dann, wenn sie die „liberty“ (
3SM 55.6) dazu vom Herrn verspürte. Sie erklärte, dass sie in bestimmten Fragen vorsichtig sein müsse, weder Zustimmung noch Ablehnung zu äußern, da die Gefahr bestand, dass ihre persönlichen Worte fälschlicherweise als „special light from the Lord“ (
2MR 151) gewertet würden. Sie wartete oft auf den richtigen Zeitpunkt, den der Geist Gottes vorgab, bevor sie spezifische Unterweisungen, wie etwa zur Arbeit in den Südstaaten der USA, schriftlich festhielt (
3SM 55.6).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ellen White das Sprechen als notwendig erachtete, wenn es um die Verkündigung der Wahrheit oder den Ruf zur Umkehr ging, selbst wenn die Zuhörer nicht bereit schienen oder sie selbst körperlich am Ende ihrer Kräfte war. Sie war eine „effective and dynamic“ Sprecherin (
2SAT 1.3), die regelmäßig am Sabbat und Sonntag predigte (
7MR 279.1) und dabei stets die Liebe zu Jesus und seine „matchless charms“ (
2SAT 1.3) in den Mittelpunkt stellte.
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💡 **Vielleicht möchten Sie auch Folgendes untersuchen:**
• Welche Rolle spielte die Botschaft von 1888 für Ellen Whites öffentliches Wirken?
• Wie beschrieb Ellen White den Einfluss des Heiligen Geistes auf ihren Dienst als Sprecherin?
• In welchen Situationen riet sie dazu, eher zu schweigen als zu sprechen?
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