Darf der Zehnte auch an Missionsdienste gegeben werden?

Ellen White betont nachdrücklich, dass der Zehnte ein geheiligter Anteil ist, den Gott für einen ganz spezifischen Zweck reserviert hat. Er gehört dem Herrn und soll in das Vorratshaus (die Schatzkammer) gebracht werden, um Sein Werk voranzutreiben. Der primäre Verwendungszweck besteht darin, Prediger zu unterstützen, die das Evangelium verkünden und denjenigen die Heilige Schrift öffnen, die geistliche Dunkelheit erleben (MYP 308). Diese Bestimmung ist so klar definiert, dass der Zehnte nicht für andere, wenn auch gute Zwecke, zweckentfremdet werden darf (PrT May 13, 1897, par. 14). Es besteht oft die Versuchung, Zehntengelder in andere Kanäle umzuleiten, doch es wird davor gewarnt, diesen geheiligten Teil für allgemeine Gemeindeangelegenheiten oder weltliche Belange zu nutzen. Wenn der Zehnte für Zwecke verwendet wird, die nicht der direkten Unterstützung des Predigtamtes dienen, kann dies dazu führen, dass der Segen Gottes für die Gemeinden ausbleibt (13MR 281.2).

Selbst wichtige Aufgaben wie die Ausbildung von Studenten oder die Instandhaltung von Kirchengebäuden rechtfertigen es nicht, auf die für die Evangeliumsverkündigung reservierten Mittel zurückzugreifen (13MR 282.1). Besonders in Zeiten, in denen Missionare in neuen Gebieten arbeiten oder Prediger ohne ausreichende Bezahlung ihren Dienst verrichten, muss die Schatzkammer streng bewacht werden. Es wird als Unrecht betrachtet, wenn Prediger, die ihre gesamte Zeit und Kraft dem Werk des Herrn widmen, nicht angemessen entlohnt werden, während Zehntengelder für andere Projekte verwendet werden (SpTA10 16.3). Die Verantwortung der Gemeindeglieder besteht darin, durch Selbstverleugnung Mittel für das Haus Gottes bereitzustellen, anstatt durch persönlichen Luxus die Versorgung derer zu beschneiden, die Seelen für Christus gewinnen (PH157 7.2).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Missionsarbeit zwar das Ziel des Zehnten ist, dies jedoch spezifisch durch die Unterstützung von Predigern und Evangelisten geschehen soll, die das Wort Gottes verbreiten (YI August 26, 1897, par. 8). Der Zehnte ist somit zweckgebunden für den lebendigen Predigerdienst und sollte nicht willkürlich für allgemeine missionarische Projekte oder institutionelle Ausgaben verwendet werden, die über diesen Rahmen hinausgehen.


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Wie definierte sie das „Vorratshaus“ im Kontext der modernen Gemeindeorganisation?

Ellen White beschreibt das „Vorratshaus“ (oder die Schatzkammer) als den zentralen Ort, an den die Zehnten und Gaben des Herrn gebracht werden sollen, damit sie in einer geordneten Weise zur Unterstützung der Evangeliumsarbeiter verwendet werden können (19MR 376.4). Dieses System ist göttlichen Ursprungs und zeichnet sich durch seine Einfachheit und Nützlichkeit aus, da es das gesamte Werk der Errettung selbsttragend macht (MYP 304.2). Es ist kein kompliziertes Gebilde, sondern ein Plan, der es jedem Gläubigen ermöglicht, als Verwalter des Herrn zu agieren und die Anforderungen an die Schatzkammer zu erfüllen (T24 83.3).

In der praktischen Gemeindeorganisation liegt die Verantwortung für dieses Vorratshaus bei den Leitern der lokalen Vereinigungen (Conferences). Es ist die spezifische Aufgabe der Vereinigungspräsidenten, sicherzustellen, dass die Ältesten und Diakone der Gemeinden ihre Pflicht erfüllen und darauf achten, dass ein treuer Zehnte in die Schatzkammer gebracht wird (TM 305). Das Vorratshaus ist somit eng mit der strukturierten Verwaltung der Gemeinde verknüpft, die dafür sorgt, dass die Mittel dort ankommen, wo sie für den Dienst der Prediger und die Ausbreitung des Werkes benötigt werden (19MR 376.4).

Das Konzept des Vorratshauses beinhaltet auch eine persönliche Komponente der Vorsorge und Treue. Jeder Einzelne ist aufgerufen, „bei sich selbst etwas zurückzulegen“, wie Gott es ihm ermöglicht hat, um bereit zu sein, wenn Anforderungen an die Schatzkammer gestellt werden (CCh 274.4). Diese Mittel sind als Gottes Eigentum reserviert und dürfen für keinen anderen Zweck verwendet werden, als Sein Werk voranzutreiben und Seine Diener im Predigtamt zu unterstützen (CS 92). Die Missachtung dieser Ordnung wird als Raub an Gott betrachtet, während die Treue zum Vorratshaus die Verheißung eines überfließenden Segens in sich trägt (T06 22).


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